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Guntram Kaiser im Moskauer Radio Mediametrics: Interkulturelle Kommunikation von A bis Z

5 Februar 2019

Immer mehr Unternehmen drängen auf internationale Märkte. Doch bei Einführungen von Waren und Dienstleistungen in anderen Ländern gibt es einiges zu beachten. Ein Fehler kann teuer werden. Wie können zum Beispiel Missverständnisse aufgrund kultureller Unterschiede vermieden werden? Der Geschäftsführende Gesellschafter der Berliner PR-Agentur KaiserCommunication, Guntram Kaiser, und die Dozentin der Hochschule der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und Öffentlichen Dienst und Management-Trainerin Elena Dugina besprachen am 25. Januar im russischen Radio Mediametrics mögliche Fallstricke im Marketing und der interkulturellen Kommunikation. Moderiert wurde das Gespräch, dass sowohl im Radio als auch als Internet-TV verfolgt werden konnte, vom russischen Kommunikationsexperten Philipp Gurov.

Sowohl Dugina als auch Kaiser waren sich einig, dass die Basis des Erfolgs eine sorgfältig durchdachte Strategie ist. „Die Analyse fängt beim Produkt an. Ist das für einen neuen Markt interessant? Muss es eventuell hier und da angepasst werden? Es ist wichtig, zunächst die aktuelle Marktsituation, den Wettbewerb, mögliche Vertriebswege, die Preise und die lokalen Gesetze und Besonderheiten gründlich zu analysieren. Letztendlich ist die Einführung eines Produktes auf einem neuen Markt das Ergebnis der Zusammenarbeit verschiedenster Spezialisten, beginnend von den Produktentwicklern über Juristen und Vertriebsleuten hin zu den Marketing- und Kommunikationsexperten“, erklärte Guntram Kaiser.

Man müsse sich an die jeweiligen kulturellen Unterschiede anpassen, meinten Dugina und Kaiser übereinstimmend. Zum Beispiel definiere man in verschiedenen Ländern die Zeitrahmen für Projekte teilweise sehr unterschiedlich. Während Planungen in Deutschland oder Großbritannien meist einige Monate oder Jahre im Voraus erfolgten, müsse man bei der Arbeit mit russischen oder amerikanischen Partnern eher kurzfristiger denken und vor allem sehr flexibel sein. Elena Dugina merkte an, Selbstironie und Neugier könnten in diesem Fall helfen, andere Kulturen näher kennenzulernen.

Die Interviewpartner erinnerten sich auch an besonders überraschende Momente, denen sie sich gegenübersahen. So war Guntram Kaiser 1984 während eines Praktikums in Äthiopien vom lokalen Brauch, als Zeichen besonderer Gastfreundschaft mit Händen gefüttert zu werden, durchaus zunächst überfordert. Der Moderator Philipp Gurov erinnerte sich an eine Kundenanfrage kurz vor Silvester, eine Pressekonferenz in Moskau gleich Anfang Januar zu organisieren. Dem Kunden war offensichtlich nicht bewusst, dass die Neujahrsferien in Russland bis Mitte Januar reichen und deshalb eine solche Veranstaltung zu Beginn des Jahres in Russland nicht viel Sinn macht.

Auch über Unterschiede in der Interpretation ethischer Fragen wurde diskutiert. Als Beispiel wurde der Energiesektor herangezogen. Während in Deutschland gerne für Kunden aus dem Bereich erneuerbare Energien gearbeitet werde, würden, so Gurov, russische Agenturen durchaus stolz darauf sein, für Kunden aus den Bereichen Erdgas, Erdöl und Kernenergie zu arbeiten.

Da sowohl Kaiser als auch Dugina als Hochschuldozenten arbeiten, blieb natürlich auch das Thema Berufsvorbereitung für Studenten auf die Arbeit in einem multikulturellen Umfeld nicht ausgespart. Beide  Gesprächspartner formulierten folgende Tipps für Studierende: Setzt euch mehr mit der Praxis auseinander, absolviert Praktika im Ausland, lernt Fremdsprachen und befasst euch intensiv mit der Kultur der Zielländer.

Die vollständige Sendung auf Russisch finden Sie auf dem Internetradio Mediametrics hier